Sonntag, 20. Juli 2014

Kickers Offenbach - Darmstadt 98

Bieberer Berg
Ca. 5000 Zuschauer


Am heutigen Samstag ging es mit der Bahn zum (persönlichen) Saisonauftakt 2014/15 nach Offenbach zum Hessenpokalfinale zwischen Darmstadt 98 und dem OFC. Am Bahnhof in Offenbach angekommen wurde zunächst festgestellt, dass es hier so etwas wie Schliesfächer nicht zu geben scheint. Also wurde in den sauren Apfel gebissen und mit Rucksack zum Stadion auf den Bieberer Berg gewandert, bzw. mit dem Bus gefahren. Dort angekommen wurde zunächst die günstige Sitzplatzkarte für die Osttribüne gekauft und dann versucht, den Rucksack durch die Kontrollen zu schleußen. Gelang allerdings nur bedingt, die 2 Flaschen Wasser wurden wie erwartet abgenommen (und das bei dieser Hitze).
Das Stadion selbst, das 2012 eröffnet wurde, ist leider nichts besonderes, nur die offenen Ecken können noch einigermaßen überzeugen, sodass es zumindest nicht wie die mittlerweile typischen Einheitsarenen wirkt. Der OFC-Fanblock befindet sich wie eh und je auf der Gegengerade und damit nicht weit vom Gästeblock entfernt. Dieser fand sich nahezu komplett gefüllt an und auch auf den Sitzplätzen daneben waren noch ein paar Gästefans anwesend. Das Spiel selbst, das aufgrund der Relegationsspiele von Darmstadt erst jetzt stattfand, war eher ein müder Sommerkick; bei dieser Hitze allerdings verständlich. Die Kickers gingen früh in Führung und schafften es, trotz zwei großer Kopfballchancen der Lilien, dieses Ergebnis bis weit in die zweite Hälfte zu halten. Erst in der 82. Spielminute gelang dem Neu-Zweitligisten Darmstadt gegen den Viertligisten der Ausgleich. So lautete auch der Entstand und dank der Vernunft der Veranstalter und der Vereine wurde bei dieser Hitze auf eine Verlängerung verzichtet und sofort zum Elfmeterschießen übergegangen. Dieses gewann der OFC und feierte dies auch ausgiebig.
Die Stimmung auf den Rängen passte sich trotz Derbies dem Spiel auf dem Rasen an. So begannen beide Blöcke gut und laut, vor allem der Auswärtsblock konnte mit Hüpf- und Klatscheinlagen überzeugen. Doch nach und nach wurden die Pausen länger und die Mitmachzahlen geringer. Bei Offenbach ist die Stimmung anderen Berichten zufolge ja sowieso eher spielorientiert, was auch am heutigen Tag deutlich wurde. Selten zog der ganze Block mit und dann auch nur bei den bekannten Standardliedgut. Ansonsten brauten die unteren 60-70 Leute - den Zaunfahnen zufolge die Gruppen Diversity und Kollektiv 71 - ihr eigenes Süppchen. Allerdings scheint es, dass sich mittlerweile sogar in Offenbach Ultragruppen etabliert haben und diese zumindest akzeptiert werden.
Bei Darmstadt war die Stimmung ähnlich. Wie erwähnt ging es gut los und flachte dann immer mehr ab. Allerdings kann ich auch nicht sagen, welche Gruppen an- und abwesend waren, da lediglich die große SV Darmstadt 98 - Fahne und eine weitere kleine (vermutlich von den Freunden aus Bern?) hing.
Alles in allem hat man gemerkt, dass der Pokalsieg hier keine sonderlich große Bedeutung mehr gehabt hat, beide sind schließlich für den DFB-Pokal qualifiziert. Ich denke, in einem Derby im Ligaalltag wäre hier deutlich mehr los.
Ach ja, ein kleines Spruchbandbattle gab es auch noch: Offenbach präsentierte zunächst im Bezug auf die angebrannte "Usual Suspects"-Fahne der Darmstädter beim Spiel in Bielefeld den Spruch: "Die Fahne brennt ole ole ola" (falls unklar, einfach mal die Darmstädter Vereinshymne anhören). Darmstadt allerdings hatte sich auf einen etwaigen Spruch bereits eingestellt und präsentierte: "Nur wer selbst brennt, kann andere entzünden". Ganz witziger Spruch vom OFC und guter Konter der Darmstädter meiner Meinung nach.
Alles in allem also ein netter Ausflug bei saumäßiger Hitze. Aber was tut man nicht alles für ein kleines Kreuzchen.













Donnerstag, 12. Juni 2014

Berlin 2014

Über Pfingsten ging es mit dem Fernbus für unglaublich günstige 30 € für Hin- und Rückfahrt von Würzburg nach Berlin. Dort wurden die heißen Tage mit den üblichen Sehenswürdigkeiten, unter anderem dem Berliner Zoo, dem Anne Frank Museum oder dem Olympiastadion, verbracht.
































Dienstag, 27. Mai 2014

FC Schweinfurt 05 - SV Heimstetten 4:3

Willy-Sachs-Stadion
ca. 1700 Zuschauer


Zum heutigen Spiel von Schweinfurt 05 im Willy-Sachs-Stadion ging es mit der Bahn. Für Schweinfurt ging es darum, den Relegationsplatz zu sichern und nicht auf einen direkten Abstiegsplatz, der in die Bayernliga führen würde, zu rutschen. Aber auch Heimstetten konnte noch auf einen Relegationsplatz fallen; eine gute Ausgangslage also für ein spannendes und athmosphärisches Spiel.
Das Willy-Sachs-Stadion selbst ist ein schönes altes Stadion (Einweihung 1936; bei der Eröffnung waren u.a. Heinrich Himmler und Hermann Göring) mit einer kleinen Haupttribüne und einem weitem Rund, das von großen Lindenbäumen umgeben ist. Wieso das Stadion aber immer noch den Namen von Willy Sachs trägt, der zwar eine der wichtigsten Personen der Stadt Schweinfurt darstellt, allerdings auch eine große Nazi-Vergangenheit aufweist, bleibt mir ein Rätsel; Tradition hin oder her. Aber naja, nicht mein Problem.
Das Spiel selbst begann gut, Heimstetten war auf Konter aus und konnte auch früh das 0:1 erzielen. Nach ca. einer halben Stunde schoss Schweinfurt dann das 1:1 und spielte ab der 44. Minute sogar mit einem Mann mehr. Das hinderte allerdings Heimstetten nicht daran, in der 53. Minute das 1:2 und in der 85. Minute sogar das 1:3 zu erzielen. Weil Schweinfurts direkter Konkurrent um die Relegationsränge, der FC Bayern Hof, gegen die Würzburger Kickers zu diesem Zeitpunkt führte und Schweinfurt damit abgestiegen wäre, machten die Schweinfurter Fans ihrem Ärger mit dem Abhängen der Zaunfahnen und dem Zünden von Böllern Luft. Der Schiedsrichter unterbrach daraufhin die Partie für ca. 10 Minuten. Mmn. völlig ungerechtfertigt, waren es doch wirklich nur 2 Böller der harmlosen Sorte, die da gezündet wurden. Naja seis drum, als der Schiedsrichter wieder anpfiff, waren die anderen Partien der Regionallige Bayern bereits gespielt und Schweinfurt reichte nur noch ein Sieg für den Relegationsrang; Heimstetten dagegen wäre auch bei einer Niederlage gerettet. Kam es also wie es kommen musste, Schweinfurt erzielte in 2 (höchstens 3) Minuten 3 Tore und sicherte sich den Relegationsrang... Davon kann nun jeder halten was er will, der FC Bayern Hof hat allerdings bereits Anzeige wegen Wettmanipulation erstattet.
Der Schweinfurter Pöbel war daraufhin natürlich gut gelaunt, auch wenn man nun noch zwei schwere Relegationsspiele vor sich hat. Das ganze Spiel über war Schweinfurts Anhang aktiv und bemüht, ein Hexenkessel wurde es allerdings nie. Auch Fahnen oder anderes Tifo-Material wurde leider nicht eingesetzt. Insgesamt also eher enttäuschender Auftritt, wenn auch nicht schlecht. Dürfte allerdings neben den Amateuren von Sechzig und Bayern die beste Fanszene der Regionalliga Bayern sein. Auch Heimstetten hat überraschenderweise eine Fanszene, die heute mit ca. 40 Männlein und Weiblein vertreten waren. Diese waren vor allem nach den Toren auch mal zu hören (wenn auch nur mit den Standardmelodien; aber ich will wirklich nicht meckern) und zeigten vor und nach dem Spiel sogar eine kleine Blockfahne. Das war die positive Überraschung des Tages.
Nach dem Spiel war natürlich die Stimmung auf beiden Seiten gut und man ging mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause.


Auch wenn ich intensiv gesucht habe, Robert Hoyzer und Ante Sapina habe ich genauso wenig gesehen wie das Cafe King.

Update vom 13.06.: Schweinfurt 05 hat mittlerweile die Relegation überstanden und bleibt damit auch in der kommenden Saison in der Regionalliga. Glückwunsch dazu!